Sie stehen vor dem „Kultur und Congress-Centrum Graf Zeppelin Haus“. Von 1982 bis 1985 wurde das GZH, wie es umgangssprachlich genannt wird, gebaut, und nach dem Ehrenbürger Graf Zeppelin benannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, als allmählich der Wiederaufbau von Wohnanlagen, Infrastruktur und Industrie vorangekommen waren, zeigte sich der verstärkte Wunsch nach kulturellen Veranstaltungen. Das ehemalige Kurgartenhotel am Ufergarten, war im Krieg beschädigt worden und sollte zum Kulturhaus umgebaut werden. Es wurde jedoch 1971 abgerissen.
Das Graf Zeppelin Haus gilt bis heute als eine architektonische Meisterleistung. In der einst größten Baugrube Baden-Württembergs wurden insgesamt 24.000 Kubikmeter Beton verbaut. Daraus entstanden 8 Stockwerke, von denen sich 4 unter der dem Wasserspiegel befinden. Getrennt wird das GZH vom Bodensee durch eine 26m hohe Bohrpfahlwand aus 840 Säulen, die jeweils einen Durchmesser von 80cm haben. 4 große Säle und 8 Konferenzräume können bis zu 4000 Besucher gleichzeitig aufnehmen und das bei 700 Veranstaltungen und 2000 Raumbelegungen im Jahr.
Aber nicht nur die Architektur, sondern auch die Technik ist herausragend. Mit einer Drehscheibe, die mit 10 Tonnen belastbar ist, macht es das GZH sogar möglich, dass Elefanten auf die Bühne dürfen. Für das GZH ist kein Wunsch unmöglich, so werden auch für besondere Veranstaltungen die Saaldecken mit Segelflugzeugen dekoriert. Das GZH versteht sich als Haus der Bürger, so herrscht zum Beispiel über Fasching der Ausnahmezustand, und die Häfler tragen nicht nur zur 5. Jahreszeit ihren Teil zu den 300.000 Besucher im Jahr bei.
Außer namhaften Firmen, die Kongresse und Tagungen veranstalten, finden abwechslungsreiche Kulturangebote wie Theater, Konzerte, Ballettaufführungen und Kunstausstellungen im GZH statt. Auch die 2002 eröffnete Neue Messe trägt dazu bei, dass Friedrichshafen jährlich über 700.000 Übernachtungen im Jahr verzeichnet. Das macht Friedrichshafen zu einer bedeutenden Messe und Kongressstadt. Wenn Sie am Ufer um das Gebäude entlanglaufen, können Sie den Grafen mit seinem Backenbart als eine fast lebensgroße Statue betrachten.